“Sei ein Faber im Wind” von Faber

Musikmäßig waren es tatsächlich mal wieder ein paar gute Wochen für mich. Arcade Fire haben wieder von sich hören lassen, Lorde hat ein neues Album rausgebracht, genau wie Portugal. The Man. Aber es ist ein deutschsprachiges Album auf das ich am meisten gespannt war und das mich am meisten überzeugt hat.

Auf den aus der Schweiz stammenden Faber bin ich beim letzten Sound of the Forest-Festival aufmerksam geworden, wo er auf der Seebühne bei schönstem Wetter überzeugt hat. Bei einem Konzert in der halle02 (meinem Arbeitsplatz) habe ich mich noch weiter in ihn verliebt. Das Konzert war so energiegeladen wie schon lange keins mehr, die EP habe ich (obwohl ich das Geld schon in der Hand hatte) geschenkt bekommen, weil der nette Merch-Mensch wohl Mitleid mit meinem Arbeiter-Dasein hatte (ich musste schaffen an dem Tag und hatte mein Arbeitsshirt an), eine Unterschrift habe ich mir natürlich auch noch schnell gesichert. Kurz und gut, ein perfektes Konzerterlebnis, was blieb war die Vorfreude auf die Platte.

Jetzt ist das gute Stück endlich da und überholt die vorangegangenen Singles und die EP noch mal bei weitem. Ich weiß gar nicht in welche Genreschublade man die Musik stecken könnte. Vielleicht Indie? Folk? Balkanfolklore? Keine Ahnung, ist aber glaube ich bei Faber auch egal, der will sowieso in keine Schublade. Die Songs sind gespickt mit ordentlich Folk, Humpta, vielleicht auch etwas Jazz, ohne die poppige Seite und somit ihre Eingängigkeit zu verlieren. Das ganze mit Texten, die ganz weit abseits aller gängigen Wohlfühlthemen herumdümpeln. “Bleib dir nicht treu, sei niemals du selbst” ist nur eine der Botschaften, die Faber auf seiner Platte nach außen trägt.

Das ganze funktioniert sowohl bei den poppigen, vor Energie strotzenden Songs, als auch bei den ruhigeren Alternativen. Absolute Highlights sind einerseits “Wem du’s heute kannst besorgen”, “Nichts”, “Es könnte schöner sein”, “Bleib dir nicht treu”, andererseits “Alles Gute”, “Wer nicht schwimmen kann der taucht” und “So soll es sein”, lobende Erwähnung geht an das sechs-minütige “Brüstebeinearschgesicht” und eines meiner Lieblingslieder, “Tausendfrankenlang”, dass auf der EP “Alles Gute” zu hören ist und es nicht mehr auf das Debütalbum geschafft hat.

Fazit: Ein Debütalbum, dass sich hören lassen kann und überhaupt mit den ausgereiften Sounds und Lyrics überhaupt nicht nach Debüt klingt. Sehen lassen kann es sich übrigens auch, anstelle eines Booklets gibt es nämlich zu jedem Song ein Titelbild, dass (zumindest in der Vinyl-Version) zusätzlich zu Platte und CD enthalten ist. Der Soundtrack zum Sommer, und schon jetzt eines der besten Alben des Jahres.

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ENG//

So far the last weeks in music have been kind to me. Arcade Fire are back, Lorde released a new album, so have Portugal. The Man. But it’s a German-speaking record that I was most excited about and that convinced me the most.

Faber is from Switzerland and I first saw him at the 2016 Sound of the Forest-Festival, at which he made a perfect day even more perfect with his performance. At a concert at halle02 (my place of work), I fell even more in love with him, as it was one of the most exciting concerts I have been to this year. After getting the EP, which the probably nicest Merch-salesman in the history of Merch-salesmen gifted to me (he noticed my work shirt and probably took pity on me because I was the poor person working while others enjoyed themselves) I also got a signature from Faber himself, so to sum it up, it was the perfect concert and I could hardly wait for the record to hit stores.

Now the record is finally here and it is even better than the EP and Singles before. I don’t really now which genre applies to this record, maybe indie or folk or something like that, but it doesn’t really matter anyways because Faber really doesn’t do genres. There’s a lot of folk going on, a lot of trumpets, maybe a little bit of jazz, a lot of pop, too, even though the lyrics are far away from custom pop themes. For those of you who understand German: you are in for some surprising lines.

All of this works not only with the louder songs but also the rather quiet ones. Highlights are einerseits “Wem du’s heute kannst besorgen”, “Nichts”, “Es könnte schöner sein”, “Bleib dir nicht treu”, andererseits “Alles Gute”, “Wer nicht schwimmen kann der taucht” and “So soll es sein”, special praise goes out to the six minute long “Brüstebeinearschgesicht” and the song “Tausendfrankenlang” from the EP “Alles Gute”, which didn’t make it onto the record.

Conclusion: The debut record, with its mature sounds and lyrics, does not sound like a debut at all. With the title pictures accompanying each song instead of a boring booklet it is not only something for the ears, but for the eyes as well. The perfect soundtrack for summer, and already one of the best records of the year. Even if you don’t understand German, you should give this one a listen. It’s definitely worth it.

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